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Büffeljagd, Mais- und Wildreisernte sowie Hirschjagd - sie alle haben eins gemeinsam: die Zeit, in der diese wichtigen Ereignisse früher fielen war der Indianersommer. So bezeichnet man seit etwa 300 Jahren die noch warmen Tage des Herbstes in denen sich die Blätter der Bäume in ein buntes Farbenmeer verwandeln.
Je nachdem in welcher Region die indianischen Völker lebten, begannen sie spätestens jetzt, sich auf den Winter vorzubereiten und Vorräte anzulegen.

Für uns, die Menschen der Prärie, war es die Zeit der letzten großen Büffeljagd vor dem Winter. Das Fleisch der erlegten Tiere wurde sorgfältig in hauchdünne Scheiben geschnitten und über Feuer und durch den ständigen Wind der Prärie getrocknet, wie es auf dem 120 Jahre alten Foto unten zu sehen ist:

   
 


 

Wie viele Büffel?

Die Prärie bebt, als 800 Büffelhufe in wildem Lauf versuchen, den Jägern des Stammes zu entkommen. Finde heraus, wie viele Tiere zu dieser Büffelherde gehören!


Beeren wurden ebenfalls gesammelt und getrocknet. Sowohl Fleisch als auch Beeren konnten dann mit einer Steinkeule zerkleinert werden. Das Pulvergemisch wurde noch mit heißem Fett gemischt und fertig war Pemmikan, eine langhaltende und sehr gehaltvolle Nahrung, die nicht nur unterwegs sondern auch in der Winterzeit das Überleben sicherte

Heute ernähren wir uns nicht mehr nur von Büffelfleisch und auch Pemmikan weiß kaum noch jemand herzustellen. Büffeljagden kennen wir nur aus den Erzählungen unserer Großväter und Urgroßväter. Nur wenige ihrer Eltern haben die Büffeltage selbst noch erlebt. Inzwischen haben viele Einflüsse der europäischen Lebens- und Eßgewohnheiten auch unsere traditionellen Rezepte verändert. Einige jedoch werden von Generation zu Generation weitergegeben und bewahrt. Vielleicht probiert ihr auch einmal unser:


Hähnchen mit Salbei

Früher wurden Prärie-Hühner für dieses Rezept verwendet. Heute kaufen auch wir ein Brathähnchen im Supermarkt.

1 Hühnchen ausnehmen und waschen. Mit einem Papierküchentuch trockentupfen. Dann mit Salz und Pfeffer außen und innen einreiben.

Die rohen Innereien, außer den Hals, zerhacken und mit
1 klein gehackten Apfel,
1 Ei,
1 Esslöffel getrocknetem Salbei sowie
genügend Semmelbrösel
vermengen, so dass ein fester Teig entsteht. Diesen Teig in das Hühnchen stopfen und das Hühnchen mit einem Zahnstocher verschließen.
Lege das Hühnchen in eine mit Margarine ausgestrichene flache Backform mit dem Bauch nach unten und den restlichen Teig, der nicht ins Hühnchen passte, um das Hühnchen herum. Auch den Hals dazutun.
Im vorgeheizten Ofen etwa 30 min. bei mittlerer Hitze (180 Grad) backen lassen. Nun Wasser etwa 1 cm hoch dazugeben, das Hühnchen wenden und noch einmal 30 min. backen. Die Flüssigkeit mit etwas Soßenbinder abbinden und mit Kartoffelpüree und Gemüsemais oder mit Wildreis servieren.

Guten Appetit !


Was ist in der Zuckertuete?

Unser Lehrer aus Deutschland ist immer noch bei uns. Inzwischen hat er sich ganz gut eingelebt und es scheint, dass er hierbleiben wird. Dieses Mal hat er beim Schulbeginn nicht gefragt, ob wir auch Halloween und Thanksgiving feiern. Das weiß er ja nun und noch viel mehr über unsere Traditionen, die wir bewahrt haben.
Zum Schulstart hatte er für alle Schüler unserer Klasse eine Überraschung aus Deutschland mitgebracht. Eine Zuckertüte, wie ihr sie zum Schulstart bekommt. Erst haben wir uns darüber lustig gemacht und dann neugierig nachgeschaut was drin ist. Könnt ihr auch herausfinden, was alles in unseren Zuckertüten drin war?


   

Frage an Johnny

Ein Brief von Hannes aus Karlsruhe hat uns erreicht:

 

Lieber Johnny!
Jedes Jahr im Herbst feiern wir in der Schule das Erntedankfest. Meine Tante Angelika lebt mit ihrem Mann Ronald in Amerika und dort heißt dieses Fest "Thanksgiving". Meine Mama hat gesagt, dass die Indianer das Thanksgiving erfunden haben. Stimmt das?
Dein Hannes

Lieber Hannes,
vielen Dank für Deinen Brief und das tolle Herbstblätterbild, das Du uns geschickt hast.
Alle Völker der Welt, die Felder und Gärten bewirtschaften, hatten bereits vor hunderten von Jahren ein spezielles Fest für die Zeit, wenn die Ernte eingebracht ist. In Deutschland heißt es Erntedank, in Nordeuropa Haustblot und in Israel, Griechenland oder auch Ägypten oder China hat es wieder einen anderen Namen. Die Indianervölker, die Felder und Gärten hatten, Mais, Bohnen und Kürbisse anbauten, hatten ebenfalls ihre Feste, wenn die Ernte eingebracht war. Immer bedankten sich die Menschen bei ihrem Schöpfer sowie der Natur für die reichen Gaben, die die Felder und Gärten ihnen geben.

Bild aus Wikipedia

Wann das erste Thanksgiving in Nordamerika gefeiert wurde, kann heute nicht mehr genau bestimmt werden. Viele sind aber der Ansicht, dass die sogenannten "Pilgerväter", das waren europäische Siedler aus England, 1621 das erste Thanksgiving in ihrer Siedlung Plymouth in Nordamerika abgehalten haben. Sie luden dazu auch ihre indianischen Nachbarn, die Wampanoag-Indianer ein, ohne die sie das erste Jahr überhaupt nicht überlebt hätten und teilten die Speisen und Getränke mit ihnen. Leider währte der Frieden nicht sehr lange. Bald danach wollten die Europäer auch das Land dieser Indianer haben. Heute wird oftmals bei diesem Fest an die Zeit gedacht, an dem es keine Feindschaft zwischen Indianern und Weißen gab.

Dein Johnny Junior

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Johnny
PF 97 05 39
14443 Potsdam

FA Potsdam 046/275/04417

 

Die Bücherecke

Auch in der Geschichte "Silberbroschen" aus unserem Buch "Indianerkinder" wird von der ‚Ahornsirupernte' im Frühjahr berichtet. Hauptperson ist Jeremy, der bei einem Klassenausflug unfreiwillig in eine brenzlige - aber auch komische Situation gerät.
"Das Glöckchenkleid" erzählt von Lina, die gern als Glöckchentänzerin bei einem Tanzfest teilnehmen möchte. Erst ist es schwierig die Glöckchen für das Tanzkleid zu bekommen und als dieses Problem gelöst ist, verletzt sie sich auch noch. Wird sie trotzdem tanzen können?
Ein Austauschschüler aus Deutschland zu Gast bei einer Navajo-Familie, ein Rodeo und ein legendäres Rodeopferd, das gestohlen werden soll sind Zutaten zu "Windrunner", der dritten Geschichte in unserem Buch.
Alle Geschichten zeigen, dass Indianerkinder fast so wie ihr in Deutschland leben, jedoch auf die eigene Kultur mit ihren Festen und Besonderheiten sehr stolz sind.

Indianerkinder -
oder Abenteuer um Silberbroschen, ein Pow wow und ein Pferd
Ann Two Worlds
Zwei Welten, der Fachverlag zum Thema Indianer
Potsdam, Deutschland, 2007
54 Seiten, color, A4, Ringbindung
Preis: EUR 16,80

Bestellnummer: 010-011-2007