Kinderseite

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Hallo Kinder!

Büffeljagd, Mais- und Wildreisernte sowie Hirschjagd – sie alle haben eins gemeinsam: die Zeit, in der diese wichtigen Ereignisse früher fielen war der Indianersommer. So bezeichnet man seit etwa 300 Jahren die noch warmen Tage des Herbstes in denen sich die Blätter der Bäume in ein buntes Farbenmeer verwandeln.

Je nachdem in welcher Region die indianischen Völker lebten, begannen sie spätestens jetzt, sich auf den Winter vorzubereiten und Vorräte anzulegen. Für uns, die Menschen der Prärie, war es die Zeit der letzten großen Büffeljagd vor dem Winter. Das Fleisch der erlegten Tiere wurde sorgfältig in hauchdünne Scheiben geschnitten und über Feuer und durch den ständigen Wind der Prärie getrocknet, wie es auf dem 120 Jahre alten Foto unten zu sehen ist.

 

euer Johnny jun.

 

     

"Büffelfleisch und Mais wie es auf Stangen getrocknetwurde"

Wie viele Büffel?

Die Prärie bebt, als 800 Büffelhufe in wildem Lauf versuche, den Jägern des Stammes zu entkommen. Finde heraus, wie viele Tiere zu dieser Büffelherde gehören!

               

"Indianerkinder"

lernen bereits mit vier oder fünf Jahren die ersten Tanzschritte und manche werden später gefeierte Sieger bei den Tanzfesten.

 

Wusstet ihr, dass für die Angehörigen aller Indianervölker in Nordamerika schnelles Rennen, Schwimmen und später auch Reiten sehr wichtig war? Bereits die Kinder führten Wettkämpfe in diesen Disziplinen durch. Die Sieger im Rennen, Schwimmen oder Reiten wurden im ganzen Stamm sehr geachtet, ja manchmal wurden sogar Namen wie „Schneller Renner“, „Antilope“ oder „Otter“ vergeben, die zeigten, dass diese Männer – oder Frauen – besonders gut in einer Sportart waren. Und es gab noch viele andere Sportspiele. Wollt ihr auch einmal eins ausprobieren? Dann versucht  mit euren Freunden das

 

"Indianisches Wettreiten"

wie es ein Lakota vor über 100 Jahren auf eine Lederhaut gezeichnet hat.

 

„Indianisches Wetthüpfen“

 

Zuerst bildet man zwei Mannschaften, die gegeneinander antreten. Jede Mannschaft legt fest, in welcher Reihenfolge die   einzelnen Teilnehmer loshüpfen.

Auf dem Boden wird eine Startlinie und in etwa 30 m vom Start entfernt eine Ziellinie markiert.

Um in diesem Spiel Kraft und Körperbeherrschung zu kombinieren, nehmen die Teilnehmer vor dem Start einen Schluck Wasser in den Mund. Dieser darf NICHT heruntergeschluckt werden, sondern muss im Mund bleiben! Die Hände werden auf dem Rücken verschränkt.

Auf ein Startsignal hin hüpfen nun beide Teilnehmer der gegnerischen Mannschaften kraftvoll  mit geschlossenen Beinen vorwärts. Im Ziel spucken sie das Wasser wieder aus.

Schluckt ein Teilnehmer das Wasser während des Hüpfens herunter, gewinnt automatisch die andere Mannschaft diesen Punkt.

 

Und was haben Indianerkinder gespielt, wenn es einmal Regentage gab? 

Sie kannten verschiedene Würfelspiele, die wir auf unserer Herbstseite vorstellen wollen. Sie haben auch im Tipi, im Erdhaus, Wigwam oder Langhaus gesessen – je nachdem, in welcher Behausung der Stamm lebte – und den alten Legenden und Geschichten aus ihrem Volk gelauscht, die die Großmutter oder der Großvater erzählte. Außerdem eigneten sich Regentage gut dafür, dass die Mädchen z.B. lernen konnten, wie man Mokassins fertigte und die Jungen, wie man Pfeil und Bogen herzustellte.

Heute beschäftigen sich Indianerkinder mit Computerspielen, spielen mit Barbiepuppen oder NEOShifters. Sie fahren Rad, spielen Basketball, sie lesen oder lösen Rätsel.

 

Wenn Ihr möchtet könnt Ihr das Kreuzworträtsel auch ausdrucken, ihr braucht dazu nur auf das Rätsel zu klicken und schon öffnet sich eine sogenannte PDF-Datei diese könnt ihr dann ausdrucken.

Viel Spaß beim knobbeln!

Kreuzworträtsel

    Senkrecht von links nach rechts

  1. Gebiete, welche die Weißen den Indianern ließen
  2. Südwestliches Nachbarvolk der Lakota
  3. Bezeichnung für das Zelt der Prärieindianer
  4. eine Jagdwaffe in der alten Zeit (Mehrzahl)
  5. Nachbarvolk der Prärievölker, das schon früh Gewehre von den Weißen erhielt
  6. Metall, das die Weißen im Indianergebiet fanden

 

Waagerecht von oben nach unten

1. Schulen, zu denen die Indianerkinder gebacht wurden (Mehrzahl)

2. Landschaft in der die Büffeljäger lebten

3. Tier dessen Borsten als Stickmaterial verwendet wurden

4. indianische Tanzfeste, die heute in ganz Nordamerika stattfinden

5. Musikinstrument, welches auch heute noch benutzt wird

6. wichtigste Jagdbeute der Völker der Prärie Nordamerikas

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Lieber Johnny!

Vor zwei Wochen war Ann Antje Small Legs bei uns in der Schule und hat aus ihrem Buch „Indianerkinder“ vorgelesen. Dann haben wir noch ein Windspiel gebastelt und sie hat viel erzählt und Fragen beantwortet. Das war ganz super. Aber ich habe eine Frage vergessen. Was machen die Indianer den ganzen Tag? Es ist keine Frage an Dich, sondern an Ann Antje Small Legs. Geht das?                                                                                                                                Deine Sophia

 

Liebe Sophia,

vielen Dank für Deinen Brief. Gern gebe ich Deine Frage an Ann Antje Small Legs weiter. Hier ist ihre Antwort,

Dein Johnny junior

Liebe Sophia,

ich habe mich sehr über Deinen Brief gefreut und Euch ja auch gesagt, dass Ihr mir schreiben könnt, wenn Euch noch Fragen einfallen.

Du möchtest gern wissen, was Indianer den ganzen Tag so machen.

Nun DIE Indianer gab es und gibt es ja nicht. Ich möchte Dir von nur einem Volk berichten, den Lakota.

Früher, als das Indianerland noch nicht von Weißen entdeckt war, begann der Tag einer jeden Lakotafrau und den Mädchen mit dem Gang zum Fluß zum Waschen und Wasserholen für den Tee am Morgen oder auch bereits für das Essen später am Tag. Auch die Männer und Jungen wetteiferten, wer als erster am Waschplatz war. Kam jemand sehr spät, wurde er als Langschläfer verspottet.

Dann wurde Tee gekocht, gefrühstückt und anschließend begann jeder sich der Arbeit zu widmen, die wichtig war. Frauen schabten Häute, um Leder herzustellen, holten neues Feuerholz oder verarbeiteten die gesammelten Wildfrüchte. Die Männer gingen zur Jagd. Da die meisten Arbeiten gemeinsam durchgeführt wurden, kam nie Langeweile auf. Nebenbei wurde erzählt, gesungen und natürlich auch viel gelacht.

Die Kinder spielten oder wurden unterrichtet. Oft aber nicht von den Eltern selbst, sondern vom Onkel, der Tante, Großmutter oder Großvater. Mädchen lernten andere Dinge als Jungen.

"Indianischer Unterricht",

wie es sich Frederick Weygold um 1920 vorstellte.

 

Als die Lakota ihr Land abgeben und in den Reservationen leben mussten, änderte sich das Leben.

Nun waren Flüsse sehr weit weg von den Häusern, in denen sie jetzt lebten. Regelmäßiges Baden war nicht mehr möglich – so bekam der Ausdruck „dreckiger Indianer“ noch eine tiefere Bedeutung.

Die Arbeiten änderten sich ebenfalls. Nicht mehr Häute wurden geschabt und Wildtiere zerlegt, sondern Stoffe vernäht und das Anstehen, um Lebensmittel von den Weißen ausgeteilt zu bekommen, war nun die Aufgabe der Frauen.

Die Männer konnten nicht mehr auf die Jagd gehen oder in den Kampf ziehen, saßen zu Hause und träumten von den alten Zeiten. Nur selten bekamen sie Arbeit von Weißen Farmern oder als Helfer in der Verwaltung der Reservation.

 

"Reservationshaus"

Haus einer Familie, wie es noch um 1973 in der Lakota-Reservation Pine Ridge viele gab. Erst nach und nach wurden größere und modernere Häuser gebaut. Leider manchmal ohne Wasser- oder Stromanschluß, da sie weitab von den etwas größeren Siedlungen liegen.

 

Viele Indianerkinder wurden den Eltern von den Weißen weggenommen und in Internate – das sind Schulen, in denen die Kinder auch lebten – gesteckt. Die Schulen waren weit weg von den Reservationen. Dort sollten sie umerzogen werden. Sie durften ihre eigene Sprache nicht mehr sprechen, sondern nur noch Englisch und es wurde ihnen eine christliche Religion vermittelt. Alles Indianische sollte ausradiert werden. Lesen und Schreiben sollte den Indianern helfen, in der weißen Welt Amerikas zu leben und zu arbeiten. Diese Internatsschulen gibt es schon lange nicht mehr.

Heute gehen viele Lakota ganz normalen Berufen nach. Sie sind Lehrer an den Schulen, die nun in den Reservationen sind, sie arbeiten im Krankenhaus, in der Bibliothek oder in der Verwaltung. Es gibt indianische Rechtsanwälte und Professoren an den Universitäten oder auch Journalisten und Schriftsteller. Und die Kinder gehen – so wie Ihr – in den Kindergarten oder zur Schule. Der Alltag unterscheidet sich heute nicht mehr sehr von dem Euren.

Liebe Sophia, ich hoffe, ich habe Deine Frage beantwortet und wünsche Dir einen schönen und erlebnisreichen Feriensommer,

Ann Antje Small Legs

 

 

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